Durch den Zuzug der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland und aus Schlesien (meist Katholiken) in den Jahren 1945 und 1946 ist die Zahl der Katholiken in Ansbach sprunghaft gestiegen.
Zählte Ansbach 1930 ca. 4.500 katholische Personen (= 20,8 % der Gesamteinwohner), so gehörten 1940 5.800 der kath. Kirche an (24,2%) und am 13.9.1950 waren es 9.129 (=27,5% der Gesamtbevölkerung). Gegenüber 1930 war dies eine Steigung um 97%. Auch in den umliegenden politischen Gemeinden wie Hennenbach, Neuses, Brodswinden, Lehrberg usf.,die zum Pfarrsprengel der Pfarrei St. Ludwig gehörten, war die Zahl der Katholiken wesentlich angestiegen. Als Pfarrkirche stand aber nur die Ludwigkirche mit 1000 Plätzen zur Verfügung. Diese war auf die Größenverhältnisse der Einweihungszeit von 1840 ausgelegt. Damals lebten in Ansbach nur 1.186 Katholiken.Die allgemeine Notlage gestattete es aber nicht, sofort Abhilfe in der Stadt Ansbach (in Lehrberg wurden 1949 und in Meinhardswinden 1951 jeweils eine Kirche für die dortigen Katholiken gebaut) zu schaffen und eine neue Kirche zu bauen. Die Linderung bzw. Beseitigung des größten Elendes in Form von Arbeitslosigkeit, unzureichender Versorgung mit Wohnraum und so fort musste in dieser Zeit Vorrang haben.
Im Protokollbuch der Kirchenverwaltung unserer Mutterpfarrei St. Ludwig ist erstmals unter dem 17.09.1958 erwähnt, dass im Rügländer Viertel vor dem Judenfriedhof ein Bauplatz in der Größe von 4.500 qm von der Stadt Ansbach für den Bau einer weiteren katholischen Kirche in Ansbach erworben wird. Ursprünglich sollte die Kirche dort erbaut werden, wo heute das Altenwohnheim St. Ludwig steht. Der Grund für den jetzigen Standort lag wohl in der geplanten Erweiterung der Stadt Ansbach auf das Gebiet zwischen Hennenbach und Neuses und am Weinberg.
Das Grundstück neben dem jüdischen Friedhof war ursprünglich im Besitz der jüdischen Gemeinde Ansbachs. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in den Besitz der IRSO (Jewish Restitution Successor Organization – Nachfolgeorganisation für das erbenlose Vermögen mit Sitz in New York) über. Durch das Entgegenkommen der IRSO und dem Vertreter vor Ort, Julius Ceslanski, stand dieses Grundstück für den Kirchenbau zur Verfügung.
Mit der Planung wurde im Jahre 1961 nach einem Wettbewerb der anerkannte Nürnberger Architekt Peter Leonhardt beauftragt. Nach zähen Verhandlungen über Stil und Kosten der Kirche erteilte die Stadt Ansbach im Oktober 1962 die Baugenehmigung.
Mit dem Bau der neuen Kirche wurde im Frühjahr 1963 begonnen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. Juni 1963 durch Domkapitular Dr. Martin Wiesend. Am 13. Juni 1965 erfolgte die Konsekration der Christkönig-Kirche durch Erzbischof Dr.Dr. Josef Schneider, bei der Reliquien der Heiligen Clemens, Faustus, Christiana und des Bistumspatrons Kaiser Heinrichs in den Altar eingelassen wurden. Der Bau eines Kirchturms mit Glocken wurde aus finanziellen Gründen zurückgestellt.
In einem zweiten Bauabschnitt wurden in den Jahren 1965 bis 1967 das Pfarrheim (Einweihung am 17.3.1968), das Pfarrhaus (im Juni 1967 bezogen) und der Kindergarten mit den darüber liegenden Wohnungen für Mesner und Gemeindereferentin errichtet. Der Kindergarten wurde am 23. Mai 1966 von Pfarrer Karl Jahnke eingeweiht.
Ursprünglich war vorgesehen, die Christkönig-Kirche als Filialkirche der Kirchenstiftung St. Ludwig zu führen. Offensichtlich hat sich dies der neue Pfarrer von St. Ludwig, Pfr. Karl Jahnke, anders überlegt. Denn mit Schreiben vom 17. Mai 1968 beantragte die Kath. Kirchenstiftung St. Ludwig, „die Katholische Kirchenstiftung Christkönig in Ansbach mit ihrem Sitz in Ansbach zu errichten.
Zweck der Filialkirchenstiftung ist die Befriedigung der ortskirchlichen Kultusbedürfnisse der Katholiken in Ansbach, und zwar nördlich und westlich der Linie Rezat – Schlossbrücke – Schlossstraße (linke Seite) – Urlasstraße – ausschließlich Kammerforst (…). Dazu gehören ferner die Katholiken folgender Ortschaften: Beutellohe, Egloffswinden, Gebersdorf, Grüb, Hennenbach, Moratneustetten, Neubronn, Röshof, Schönbronn, Thierbach, Weihenzell, Wernsbach, Wengenstadt, Wippendorf, Wüstendorf und Zellrüglingen.
Die Kath. Kirchenstiftung bittet das Hochwürdigste Erzbischöfliche Ordinariat, die Filialkirchenstiftung Christkönig in Ansbach kanonisch zu errichten und die staatliche Genehmigung dieser Filialkirchenstiftung zu erwirken.“ So wurde unsere Pfarrei Christkönig am 01. Januar 1970 selbstständig.
Folgende haupt- und ehrenamtliche Aufgaben nahmen und nehmen in unserer Pfarrei wahr:
Herr Edgar Schlusche, vom 01.09.2004 bis 31.08.2005